Dienstag und die Ergebnisse vom vergangenen Sonntag

Manchmal muss ich die Dinge einen Augenblick sacken lassen. Deshalb gibt es diese Woche kein Montagmorgen-Mögen sondern einen Ausblick zum Dienstag. Das Wahlergebnis vom vergangenen Sonntag hat mich doch zu sehr geschockt.

Seitdem habe ich wie so viele Andere auch nachgedacht, wie wir damit nun leben sollen. Eine erste Antwort scheint mir zu sein, die Demokratie (wieder) ernst zu nehmen und im übrigen nur sie. Menschen, die sich nicht an die Spielregeln der Demokratie halten, die zum Beispiel lügen oder hetzen, die sollten wir nicht ernst nehmen. Jedenfalls nicht so, dass wir jeder Behauptung, Provokation oder bewussten Täuschung* breiten Raum in unserer öffentlichen Wahrnehmung einräumen.

Wir können viel besser anderen Dingen mehr Raum in unserem Leben geben. Zum Beispiel den vielen guten Initiativen für mehr Demokratie. Weiterlesen

Montagmögen

Pfahlbau an der Nordsee – Mathilde Magazin

Und gute Aussichten

Mag der Sturm auch zunehmend von achtern kommen. Ich vorfreue mich trotzdem. Alles nur eine Frage der Perspektive. Fährt man ein paar Tage an die Nordsee, hält den Kopf in den Wind und schaut in den Horizont ist Wetter, egal welches, meistens eine super Sache. Bei Regen an der Bushaltestelle sieht die Sache anders aus, zugegeben. Aber am Strand, egal ob das Meer gerade weg ist oder endlich wieder aufläuft, da schadet so ein bisschen Wind nicht.

Bild: Ferienhaus auf Föhr Architektin Karin Matz Arkitekt

Schon gar nicht, wenn man hinterher eine bezaubernde Unterkunft aufsuchen kann, vielleicht den Kamin befeuert, auf jeden Fall sich mit einer heißen Tasse Tee und einem Buch in eine warme Decke einkuscheln kann. Dann ist die Welt so in Ordnung, wie sie im Herbst nur sein kann.

Bild: Ferienhaus auf Föhr Architektin Karin Matz Arkitekt

Schauen Sie mal die hübschen friesischen Kacheln, die auf Föhr die moderne Stube erhellen.

Oder die reduzierte Gemütlichkeit in diesem Haus, auch auf Föhr. Hach, ich seh alles schon vor mir: Rote Wangen vom Wind, glänzende Augen vom lange auf den Horizont gucken (äh, oder vom Rotwein), das extra-dicke Buch, die Gespräche dazwischen.

Nach der Nacht

ist vor der Spielzeit. Blöd an so einer Theaternacht, wie wir sie am 9. September in Hamburg hatten, ist ja, dass sie bloß auf dem Papier bunt und wild und voller Möglichkeiten aussieht. Beim Lesen des Programmheftes denke ich jedes Mal, oh toll, da müssen wir hin und da auch. Ach, dieses Stück hört sich gut an und das hier möchte ich aber auch sehen. Die meisten Sachen finden dann aber doch zu recht ähnlichen Zeiten statt. Das bedeutet, man kann eine erste Runde sehen, eine zweite und vielleicht noch eine dritte. Das war’s dann aber auch, dann ist es halb zwei oder so und die Nacht klingt bei der Abschlussparty aus. * Weiterlesen

Zwölf von 12

Heute liegen so viele Terminsachen auf meinem Schreibtisch herum, die da eben zum Termin auch wieder weg müssen, dass zwölf von 12 (lassen Sie sich die Idee hier erklären) ein wenig stumm geraten wird.
Sehen Sie selbst, meine eilig hingeworfene Zu-Tun-Liste (im hoffnungslosen Versuch ein bisschen was zu priorisieren, und ein kleines bisschen Vorfreude zu erzeugen).
Weder auf der Liste noch auf den Bildern ist das halbstündige Telefonat mit einer guten Freundin, das meinen Zeitplan noch etwas mehr ins Rutschen gebracht hat.
Bei den übrigen Bildern müssen Sie sich die Geschichte dazu selbst ausdenken. Wahrscheinlich (er)finden Sie mir dann ein viel spannenderes Leben, als das, welches ich eigentlich führe.

Eins:

Zwei:

Drei:

Vier:

Fünf:

Sechs:

Sieben:

Acht:

Neun:

Zehn:

Elf:

Zwölf:

Montagmorgen und die Aussicht auf den Herbst

Auf Hamburg ist der Herbst gefallen. Das fühlt sich ein wenig ungerecht an, nachdem die Stadt den Sommer mehr oder weniger ausgelassen hat. Wenigstens für einen Altweibersommer hätte es doch wohl reichen können. Genug gejammert, sonst klingt es hier noch wie bei einem trotzigen Kleinkind. Anderswo ist schließlich auch Herbst, in Irland zum Beispiel. In der Türkei im übrigen schon den ganzen Sommer lang. Früher schrieb man Postkarten aus dem Urlaub in der Türkei, heute schreiben die Leute Postkarten dorthin. Aus Gründen, wie nicht nur das Fräulein Readon findet.
Der Übergang wirkt ein wenig hart, aber lassen Sie uns trotzdem zu positiven Aussichten kommen. Übermorgen beginnt schon das Harbourfront Literaturfestival Hamburg, das wieder viele spannende Autoren in die Stadt holen wird. Rund um den Hafen werden sie uns ihre Geschichten vorlesen, manchmal vorlesen lassen. Sie werden vom Leben und der Kunst erzählen. Ein Schwerpunkt wird diese Jahr die Türkei sein. Hakan Günday etwa kommt mit seinem Roman „Flucht“, Barbaros Altuğ mit „Brücken zwischen Berlin und Istanbul“. Nora Bossong bleibt auf dem Hamburger Kiez. Anna Depenbusch entwickelt nicht nur mit ihrer Musik ihr Alphabet. Ach, schauen Sie selbst.

Vergangenen Samstag haben die Hamburger Spielstätten zur Theaternacht eingeladen. Viele haben Lust gemacht auf ihre neuen Produktionen. Wir werden also bestimmt einen anregenden, unterhaltsamen Herbst haben. Außerdem habe ich eine neue Spielstätte entdeckt: Das Theater in der Marzipanfabrik. Ist das nicht ein poetischer Name für ein Theater?
In diesem Sinne, genießen Sie die kommende Woche.

Und der Gewinner ist …

Tadaah: Nils!

Gewinner Hamburger Theaternacht

Anders als das Bild vermuten lässt, wurden vor der Ziehung der beiden Karten für die Theaternacht alle Kommentare noch einmal in neutralem Weiß ausgedruckt. Das Glück landete bei Nils. Und weil es so schön passt, hier noch mal sein Gedicht, mit dem er um die Karten geworben hat:

Im Theater fliehe ich
Hinfort in eine andre Welt
Amüsier mich königlich
Auch wenn manches nicht gefällt

Ob Drachen, Feen, Politsatire
Des Lebens Wahnsinn dargestellt
Mit Figuren ich mich arrangiere
Ob Feigling oder stolzer Held

Die Karten ich sehr gerne nähme
Mit Kusshand, wie in alter Zeit
Ich mich schon jetzt im Saale wähne
Geht es schon los? Ich bin bereit!

Nils erhält eine private Email. Uns allen wünsche ich viel Spaß bei der Hamburger Theaternacht.

Montagmorgen und die Vorfreude


Eigentlich könnte ich mich zuerst über die Mittagspause freuen, die ich heute in der Sonne verbringen werde. Gerade blinzele ich in die Sonne vor dem Fenster und habe keine Zeit dazu. Denn am kommenden Samstag findet die Hamburger Theaternacht statt. Das ist seit Jahren mein Startschuss für den Herbst, ab dann freue ich mich auf all die tollen Produktionen, die wir in der neuen Saison erleben werden.

Hamburger Theaternacht

Am 9. September also eröffnen rund 40 Theater die neue Spielzeit mit einer gemeinsamen Einladung. Das Programm der Hamburger Spielstätten ist so bunt, vielfältig und gegensätzlich wie die Theater, die daran teilnehmen. Von aufwändig bis zu puristisch, von großer Geste bis zu spröder Inszenierung, von bunt und laut bis zu klein und berührend. Die Künstler sprechen, singen, tanzen, improvisieren. Einige Theater wie das Thalia Theater zum Beispiel führen in die Welt auf der anderen Seite des Vorhanges, zeigen ihre Probebühnen und Werkstätten. Einige Theatertruppen wie die Steife Brise improvisieren, was das Zeug hält. Ach, es gibt so viel zu sehen, schauen Sie am besten selbst.

Und das Beste ist: Mathilde verlost ein Mal zwei Karten für die Hamburger Theaternacht am neunten September 2017. Schreiben Sie im Kommentar, was Theater für Sie bedeutet und mit ein wenig Glück ergattern Sie die Karten. Für alle anderen gibt es die Karten für 15 Euro hier.*

Was die Mittagspause angeht, werde ich sie vermutlich auf dem Altonaer Balkon verbringen. Aber es gibt noch jede Menge andere schöne Möglichkeiten, schauen Sie mal hier.

  • Alle Kommentare, die bis einschließlich Freitag den 08. September geschrieben wurden, werden berücksichtigt.
  • Montagmorgen Mögen

    Aus Gründen, aus Gründen, tralala, werde ich heute ein Schwimmbad aufsuchen. Ich persönlich habe es ja nicht so mit natürlichen Gewässern. Schlammige Algen und lebende Fische sollen sich mit mir nicht das Badewasser teilen. Gesunder PH-Wert und ähnliche Argumente können mir gründlich gestohlen bleiben. Das heißt nicht, dass ich mich nicht regelmäßig überwinde, im Urlaub zum Beispiel. Ich erinnere mich lebhaft an einen Badeteich im estnischen Nationalpark Lahemaa, der mich an Ochsenschwanzsuppe erinnerte (Der Tümpel lag in einem Sumpfgebiet.) oder an meinen unerschrockenen (öhhö, nun ja) Aufenthalt im Roten Meer. (Ich bin sogar getaucht, wie auch immer ich mich davon überzeugen konnte.)

    Genug geprahlt. Weiterlesen

    Siena

    Frühmorgens, wenn die Hitze noch in Wartestellung lauert, putzen die Männer der Stadtreinigung Siena mit ihren Wasserschläuchen und Besen sonntagsfein. Ich stolpere über die Nebenstraßen und schlage mir das rechte Knie ein bisschen auf. Alles für den perfekten Cappuccino. Seit den vergangen Tagen in Borgo San Felice und San Gimignano weiß ich: In Italien gibt es den nahezu überall. Welches Café ist gar nicht so wichtig. Morgens vor neun gehört Siena allerdings noch den Senesern und die haben wohl supergeheime Cafés, die mir nicht begegnen wollen. Die Straßen und Gässchen liegen erwartungsvoll im ersten Sonnenschein, allein ihre Cafés und Restaurants geben sich noch geschlossen. Endlich an der Piazza Giacomo Matteotti entdecke ich ein kleines Eiscafé, die Bar Pasticceria Nannini Posta.

    Weiterlesen

    Montagmorgen Mögen

    Photoshop und Sonne (an einem anderen Tag) machen es möglich: Hamburg kann auch strahlen

    Dieser Montagmorgen empfängt uns mit einem tiefen Grau, das selbst in der Arbeitswelt ein wenig übertrieben scheint. Es regnet Bindfäden in Hamburg, sehr, sehr dichte Bindfäden. Zeit für ein paar erhellende Gedanken.

    Kunst im öffentlichen Raum

    Noch bis zum 1. Oktober 2017 finden die Skulptur Projekte statt. Seit 1977 wird parallel zu jeder zweiten Documenta in Münster Kunst im öffentlichen Raum gezeigt. (Die Documenta 14 hat mich vergangenes Wochenende mit schrecklich viel politischer Belehrung und erschreckend schlechter Kunst-Präsentation genervt. Ach, darüber ärgen wir uns ein andermal.) Nächstes Wochenende werden die Skulpturen in Münster in der Sonne scheinen. Bestimmt.

    Instakram

    Machen Sie das manchmal auch? Durch die Bildwelten von Instagram zu surfen? Hier etwas zu entdecken, da ein bisschen weiter zu schauen. Nach einer Weile kann ich oft nicht anders, der Gedanke „Oh Gott ist meine eigene Wohnung armselig, unaufgeräumt, undekoriert und untrendy“ schiebt sich in mein Hirn. Ich müsste mal und hier könnte man auch mal … Ach, eigentlich müsste ich jetzt erst mal schnell arbeiten. Davor macht es allerdings Spaß, nach dem Fehler im Bild zu schauen, de Süddeutsche Zeitung hat es in ihrem Magazin vorgemacht. Schauen Sie mal hier.
    In diesem Sinne: Haben Sie eine schöne Woche.

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